iPad vs. Galaxy Tab S9 vs. Xiaomi Pad 6: Stift, Multitasking und Produktivität im Vergleich

iPad vs. Galaxy Tab S9 vs. Xiaomi Pad 6: Stift, Multitasking und Produktivität im Vergleich

Wer heute ein Tablet kauft, kauft nicht nur einen größeren Bildschirm für unterwegs — man entscheidet sich auch für eine bestimmte Art, Notizen zu schreiben, PDFs zu markieren und zwei Apps gleichzeitig zu nutzen. Das Stift- und Multitasking-Erlebnis unterscheidet sich zwischen den drei auf dieser Seite geführten Tablets erheblich, und das zeigt sich selten in einem reinen Vergleich von Chipsatz und Displayauflösung. Dieser Ratgeber schaut sich genau an, wie das iPad (10. Generation), das Galaxy Tab S9 und das Xiaomi Pad 6 mit Stifteingabe und mehreren gleichzeitig laufenden Apps umgehen, denn für viele Käufer entscheidet genau dieses Detail über den tatsächlichen Alltagsnutzen.

Apple Pencil am iPad: Leistungsfähig, aber durch die Generation kompliziert

Das einfache iPad (10. Generation) ist von den drei Tablets bei der Stiftunterstützung das verwirrendste, denn Apple verkauft drei verschiedene Apple-Pencil-Modelle, und ausgerechnet dieses Tablet ist nur mit einem davon unkompliziert kompatibel. Das iPad der 10. Generation lädt zwar über USB-C, besitzt aber nicht die plane Kante, über die sich der Apple Pencil der zweiten Generation magnetisch andocken und kabellos aufladen lässt. Käufer benötigen stattdessen den originalen Apple Pencil der ersten Generation zusammen mit einem separaten USB-C-auf-Lightning-Adapter — ein kleines Zubehörteil, das leicht verloren geht und aus "einfach den Stift verbinden" einen zusätzlichen Posten im Warenkorb macht. Ist die Verbindung erst einmal hergestellt, ist das Schreibgefühl selbst hervorragend: geringe Latenz, neigungsabhängige Schattierung in Apps wie Notability und GoodNotes sowie eine zuverlässige Handballenerkennung. Der Umweg über den Adapter bleibt aber real und sollte bekannt sein, bevor man einen Pencil separat kauft und erwartet, dass er sich wie beim Pro- oder Air-Modell einfach ans Gehäuse klickt.

S Pen am Galaxy Tab S9: Im Lieferumfang, geladen, einsatzbereit

Samsungs Ansatz beim Galaxy Tab S9 nimmt fast die gesamte Reibung heraus: Der S Pen liegt ohne Aufpreis im Lieferumfang, er rastet magnetisch an der Rückseite des Tablets ein und lädt dort kabellos, während er nicht benutzt wird, und Samsung Notes öffnet sich sofort, sobald der Stift vom Display abgehoben wird — selbst aus dem gesperrten Bildschirm heraus. Der S Pen unterstützt außerdem Air Actions, gestenbasierte Kurzbefehle, die das eingebaute Gyroskop des Stifts nutzen, um Medienwiedergabe zu steuern oder eine Präsentation aus einigen Metern Entfernung zu navigieren — ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das keiner der beiden Konkurrenten nachbildet. Die Umwandlung von Handschrift in Text funktioniert in Samsung Notes schnell und über mehrere Sprachen hinweg zuverlässig, und die Drucksensitivität des S Pen hält im Vergleich mit Zeichen-Apps gut mit. Für alle, die skizzieren, PDFs annotieren oder handschriftlich Notizen als Hauptnutzung planen, ist der im Lieferumfang enthaltene statt separat verkaufte S Pen ein spürbarer Kosten- und Komfortvorteil, der sich bereits beim Auspacken bemerkbar macht.

Xiaomi Smart Pen: Starke Hardware, kleineres App-Ökosystem

Das Xiaomi Pad 6 unterstützt den separat erhältlichen Xiaomi Smart Pen, der sich per Bluetooth koppelt und 4.096 Druckstufen bietet — technisch auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Wo das Xiaomi-Erlebnis zurückfällt, ist der Software-Feinschliff: Die native Notizen-App von MIUI wirkt spürbar weniger ausgereift als GoodNotes oder Samsung Notes, stiftfähige Drittanbieter-Apps sind seltener konsequent auf das spezifische Display des Pad 6 optimiert, und die Handballenerkennung funktioniert zwar grundsätzlich, verrutscht aber gelegentlich bei schnellen Skizzen — ein Problem, das bei den anderen beiden Tablets kaum auftritt. Das 144-Hz-Display des Pad 6 lässt den Stift in unterstützten Apps außergewöhnlich flüssig und reaktionsschnell wirken, was ein echter Pluspunkt ist. Wer jedoch vom iPad oder Galaxy Tab kommt und ein ebenbürtiges Ökosystem an stiftorientierten Apps erwartet, wird die Auswahl spürbar dünner vorfinden.

Multitasking: Stage Manager gegen Samsung DeX gegen Android-Splitscreen

Wie mehrere Apps gleichzeitig laufen, zeigt die Unterschiede in der Software-Philosophie am deutlichsten. Apples Stage Manager auf iPadOS lässt Nutzer überlappende, frei skalierbare App-Fenster anordnen und zu Gruppen stapeln, was mächtig wirkt, aber wirklich verwirrend zu erlernen sein kann — Fenster können sich auf unerwartete Weise stapeln, und die Unterstützung externer Displays war je nach iPad-Modell und iPadOS-Version historisch uneinheitlich. Samsung DeX, verfügbar auf dem Galaxy Tab S9, geht weiter: Wird eine Tastatur, Maus oder ein externer Monitor angeschlossen, verwandelt sich das Tablet in etwas, das einer echten Desktop-Oberfläche mit Taskleiste und Fenstern bemerkenswert nahekommt, komplett mit frei verschiebbaren, größenveränderbaren Fenstern und Drag-and-Drop zwischen Apps. Es ist wohl das desktopähnlichste Multitasking-Erlebnis der drei Geräte, und das ohne Aufpreis. Das Xiaomi Pad 6 setzt auf klassisches Android-Splitscreen und schwebende Fenster, was funktioniert und leicht verständlich ist, aber deutlich unflexibler bleibt als Stage Manager oder DeX — einen eigenen Desktop-Modus gibt es nicht, und die Fensterverwaltung beschränkt sich auf feste Teilungsverhältnisse statt frei skalierbarer Fenster.

Tastatur-Hüllen: Die andere Hälfte von "Produktivität"

Ein Stift ist nur die eine Hälfte davon, ein Tablet in einen Laptop-Ersatz zu verwandeln, und bei der Unterstützung von Tastatur-Hüllen zeigt sich ein ähnliches Bild wie beim Stift. Apple verkauft für das iPad der 10. Generation ein eigenes Magic Keyboard Folio mit echtem Trackpad, Funktionstastenreihe und schwebendem Scharnierdesign, allerdings zu einem Preis, der leicht an einen günstigen Laptop heranreicht. Samsungs Book Cover Keyboard für das Galaxy Tab S9 ist moderater bepreist, bringt ebenfalls ein Trackpad mit und passt dank DeX-Modus besonders gut zu einem Gesamtpaket, das sich eher wie ein echtes 2-in-1-Notebook anfühlt als wie ein Tablet mit Zubehör. Xiaomis offizielle Tastatur-Hülle für das Pad 6 ist die günstigste der drei, erledigt einfaches Tippen zuverlässig, verzichtet aber in den meisten Regionalvarianten auf ein Trackpad und wirkt eher wie ein Schreibzubehör als wie ein vollwertiger Produktivitätsbegleiter. Wer ein Tablet für längere Schreibsitzungen, Tabellenkalkulationen oder E-Mail-Verwaltung nutzen möchte, sollte die Tastatur-Hülle unbedingt in die Preiskalkulation einbeziehen, denn die Gesamtkosten eines wirklich produktiven Setups können den Wertevergleich zwischen den drei Geräten spürbar verschieben.

Welches Setup wirklich zu Ihnen passt

Wer hauptsächlich handschriftlich Notizen machen möchte, kommt am mitgelieferten, sofort einsatzbereiten S Pen des Galaxy Tab S9 kaum vorbei — sowohl bei den Kosten als auch beim Komfort. Es gibt keinen separaten Kauf, kein Ladekabel zu suchen, und die Synchronisation über Samsung Notes ist verlässlich. Wer Wert auf das breiteste und ausgereifteste Ökosystem stiftorientierter Kreativ- und Produktivitäts-Apps legt, bleibt mit dem iPad langfristig die sicherere Wahl, trotz der Kompatibilitätshürde bei diesem konkreten Modell — den Pencil samt Adapter sollte man einfach als eigenen Posten einplanen. Und wer einfach ein leistungsfähiges, günstiges Tablet sucht, bei dem gelegentliche Stifteingabe und einfaches Splitscreen nette Extras statt tägliche Notwendigkeiten sind, unterbietet das Xiaomi Pad 6 beide Konkurrenten preislich und bietet trotzdem ein spürbar flüssiges 144-Hz-Display für Surfen, Video und gelegentliches Skizzieren. Keiner der drei Ansätze ist objektiv falsch — sie stehen für drei unterschiedliche Wetten darauf, wie Menschen tatsächlich auf einem Tablet arbeiten wollen, und die richtige Wahl hängt weit stärker davon ab, ob der Stift täglich oder nur gelegentlich zum Einsatz kommt, als von einer einzelnen Zeile in einer Spezifikationstabelle.