Galaxy Tab S9 Test: Samsungs stärkste Antwort auf das iPad Pro

Galaxy Tab S9 Test: Samsungs stärkste Antwort auf das iPad Pro

Das Samsung Galaxy Tab S9 ist Samsungs Antwort auf das iPad Pro – ein Premium-Android-Tablet mit AMOLED-Display, Flaggschiff-Chipsatz und S-Pen-Unterstützung ab Werk. Anders als das deutlich günstigere Galaxy Tab A9 richtet sich das Tab S9 an Nutzer, die ihr Tablet für kreative Arbeit, Produktivität und anspruchsvolles Multimedia-Erlebnis einsetzen wollen.

Display: einer der besten Tablet-Bildschirme am Markt

Das 11 Zoll große Dynamic-AMOLED-2X-Display löst mit 2560 × 1600 Pixeln auf und bietet eine Bildwiederholrate von 120 Hz. In der Praxis bedeutet das: sattes Schwarz, kräftige Farben und ein spürbar flüssigeres Scrollen als bei LCD-Tablets in dieser Preisklasse. Für Filme, Comics, digitale Kunst und E-Books ist dieses Panel eines der besten, die derzeit in einem Android-Tablet verbaut werden – vergleichbar mit dem, was Apple beim iPad Pro bietet, nur eben im Android-Ökosystem.

Leistung: Flaggschiff-Niveau

Im Inneren arbeitet der Snapdragon 8 Gen 2 für Galaxy, eine für Samsung optimierte Variante von Qualcomms damaligem Top-Chip. Kombiniert mit 8 GB oder 12 GB RAM bewältigt das Tab S9 auch anspruchsvolle Multitasking-Szenarien, mehrere gleichzeitig geöffnete Apps im Multi-Window-Modus und grafisch besonders aufwendige, moderne Spiele ohne jede merkliche Verzögerung oder spürbares Ruckeln. Für professionelle Kreativ-Workflows mit Apps wie Clip Studio Paint, LumaFusion oder verschiedenen Adobe-Anwendungen bietet der Chip auch nach mehreren Jahren noch mehr als genug Leistungsreserven für den täglichen Einsatz.

S Pen und DeX: die eigentlichen Verkaufsargumente

Anders als beim Galaxy Tab A9 liegt dem Tab S9 der S Pen bereits im Lieferumfang bei – ein deutlicher Mehrwert gegenüber Apple, wo der Apple Pencil separat gekauft werden muss. Die Stifteingabe fühlt sich präzise und nahezu verzögerungsfrei an, ideal für Notizen, Skizzen und digitale Illustration. Samsung DeX verwandelt das Tablet zudem in eine Desktop-ähnliche Arbeitsumgebung mit Fenstern und Taskleiste, sobald ein externer Monitor oder eine Tastatur angeschlossen wird – eine Funktion, die es beim iPad in dieser Form schlicht nicht gibt.

Kamera, Akku und Wasserdichtigkeit

Die Dual-Kamera mit 13-Megapixel-Hauptsensor und 8-Megapixel-Ultraweitwinkel liefert für ein Tablet überdurchschnittlich gute Aufnahmen, auch wenn Fotografieren mit einem 11-Zoll-Gerät im Alltag selten praktisch ist. Deutlich relevanter ist die 12-Megapixel-Ultraweitwinkel-Frontkamera, die bei Videokonferenzen automatisch den Bildausschnitt an die Position des Nutzers anpasst. Der 8.400-mAh-Akku hält bei gemischter Nutzung problemlos einen ganzen Arbeitstag durch. Als eines von wenigen Android-Tablets ist das Tab S9 zudem nach IP68 zertifiziert – staub- und wasserdicht, ein Vorteil gegenüber praktisch jedem iPad.

Galaxy Tab S9 vs. iPad Pro: die zentrale Kaufentscheidung

Wer zwischen dem Tab S9 und einem vergleichbaren iPad Pro schwankt, entscheidet sich in der Praxis meist zwischen Ökosystemen: Wer bereits ein Samsung-Smartphone besitzt, profitiert von nahtloser Geräte-Integration, Zwischenablage-Synchronisation und einheitlichem Benachrichtigungssystem. Wer im Apple-Ökosystem verankert ist, wird beim iPad Pro dagegen eine etwas ausgereiftere Auswahl an professionellen Kreativ-Apps und in der Regel eine längere Software-Update-Unterstützung finden. Preislich liegen beide Geräte in ähnlichen Regionen, wobei das Tab S9 mit im Lieferumfang enthaltenem S Pen tendenziell das bessere Gesamtpaket für Einsteiger in die Stift-Bedienung darstellt.

Zubehör-Ökosystem: Tastatur, Case und DeX-Dock

Samsung bietet für das Galaxy Tab S9 eine passende Book-Cover-Tastatur an, die das Tablet in ein kompaktes Notebook-Ersatzgerät verwandelt. In Kombination mit Samsung DeX entsteht so ein Arbeitsgerät, das sich für viele Büroaufgaben – E-Mails, Dokumentenbearbeitung, Videokonferenzen, Präsentationen – durchaus als Laptop-Ersatz eignet, auch wenn klassische Desktop-Software wie vollwertige Videoschnittprogramme oder CAD-Anwendungen weiterhin fehlen. Die magnetische Befestigung des S Pen an der Rückseite des Tablets lädt den Stift zudem kabellos auf, sodass er stets einsatzbereit ist, ohne dass ein separates Ladekabel benötigt wird.

Galaxy Tab S9 im Vergleich zum Galaxy Tab A9

Der Sprung vom Galaxy Tab A9 zum Tab S9 ist in praktisch jeder Kategorie erheblich: Displaytechnologie (LCD versus AMOLED), Chipsatz-Leistung (Mittelklasse versus Flaggschiff), Zubehör (kein Stift versus S Pen inklusive) und Wasserdichtigkeit (keine Zertifizierung versus IP68). Dieser Sprung spiegelt sich naturgemäß im Preis wider. Käufer sollten sich vor dem Kauf ehrlich fragen, ob sie die zusätzlichen Funktionen – insbesondere Stifteingabe und DeX – tatsächlich regelmäßig nutzen werden, oder ob ein einfaches Konsum-Tablet wie das Tab A9 die eigenen Bedürfnisse genauso gut erfüllt.

Software-Update-Versprechen

Samsung hat sein Update-Versprechen für die Tab-S-Reihe in den letzten Jahren deutlich verbessert und sichert mehrjährige Android- sowie Sicherheitsupdates zu – ein Bereich, in dem frühere Samsung-Tablets häufig kritisiert wurden. Wer ein Tablet über einen langen Zeitraum nutzen möchte, profitiert damit von einer deutlich längeren Software-Unterstützung als bei den meisten Mittelklasse- und Einsteigergeräten der Konkurrenz, auch wenn Apple mit iPadOS in diesem Punkt weiterhin die Referenz im gesamten Tablet-Markt bleibt und Samsung diesen Vorsprung erst in den letzten Produktgenerationen langsam aufholt.

Für wen lohnt sich das Galaxy Tab S9?

Das Galaxy Tab S9 richtet sich an Kreative, Studierende und Berufstätige, die ein leistungsstarkes, vielseitiges Tablet für Notizen, Zeichnen, Multitasking und gelegentliche produktive Arbeit suchen. Für reine Unterhaltungsnutzung ist es überdimensioniert – hier reicht das deutlich günstigere Galaxy Tab A9 völlig aus. Wer aber die Investition scheut, verpasst eines der ausgereiftesten Android-Tablets, die derzeit erhältlich sind – ein Gerät, das den Abstand zwischen Tablet und vollwertigem Arbeitscomputer so klein macht wie kaum ein anderes Android-Produkt auf dem Markt.

Häufige Fragen zum Galaxy Tab S9

Ist der S Pen im Lieferumfang enthalten?
Ja, im Gegensatz zum Apple Pencil beim iPad ist der S Pen beim Galaxy Tab S9 bereits im Kaufpreis inbegriffen und liegt der Verpackung bei.

Wie lange hält der Akku bei Kreativ-Arbeit mit dem S Pen?
Bei intensiver Nutzung mit Zeichen-Apps und aktivem Display sinkt die Laufzeit gegenüber reiner Video-Wiedergabe spürbar, bleibt aber bei einem vollen Arbeitstag mit gelegentlichen Ladepausen realistisch erreichbar.

Lohnt sich die 12-GB-RAM-Variante gegenüber der 8-GB-Version?
Für die meisten Nutzer reichen 8 GB völlig aus. Wer jedoch regelmäßig mit mehreren rechenintensiven Apps gleichzeitig arbeitet – etwa Videoschnitt neben einem Browser mit vielen Tabs – profitiert spürbar von den zusätzlichen 4 GB RAM.

Kann das Galaxy Tab S9 einen Laptop vollständig ersetzen?
Für viele Büroaufgaben und leichte Produktivarbeit ja, insbesondere in Kombination mit Tastatur und DeX-Modus. Für spezialisierte Desktop-Software, umfangreiche Programmierarbeit oder professionelle Videobearbeitung mit großen Dateien bleibt ein klassischer Laptop jedoch die verlässlichere Wahl – das Tablet eignet sich eher als leichtgewichtige Ergänzung denn als vollständiger Ersatz für anspruchsvolle Workflows.

Siehe auch

Galaxy Tab S9 Produktseite · Galaxy Tab A9 Test · iPad (10. Generation) Test

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