Galaxy S25 Test: Verfeinerung statt Neuerfindung
8.7/10

Samsung hat sein kompaktes Flaggschiff in den letzten Jahren lieber behutsam verfeinert als neu erfunden, und beim Galaxy S25 setzt sich dieser Kurs fort. Nachdem das S23 und das S24 bereits dasselbe 6,2-Zoll-Gehäuse hatten, ist genau diese Beständigkeit inzwischen zum größten Verkaufsargument geworden. Neu sind ein einheitlicher, schnellerer Chip in der gesamten Modellreihe, ein spürbar reaktionsschnellerer Galaxy-AI-Assistent und ein Gehäuse mit sanfter abgerundeten Kanten, die sich bei langen Scroll-Sessions angenehmer anfühlen als die eher kantige Form der Vorgänger.
Display und Verarbeitung
Das 6,2 Zoll große Dynamic-AMOLED-2X-Panel behält die Auflösung von 2340x1080 und die 120-Hz-LTPO-Bildwiederholrate des S24 bei, doch die Spitzenhelligkeit steigt spürbar — im Alltag bei Sonnenlicht wichtiger als die unveränderte Auflösung vermuten lässt. Der Rahmen fällt an den Kanten dünner aus als bei den beiden Vorgängergenerationen, und Samsung hat ein paar Gramm Gewicht eingespart, ohne das solide, wertige Gefühl zu verlieren, das ein Flaggschiff von einem Mittelklassegerät unterscheidet. Gorilla Glass Victus 2 auf der Front und eine neue Entspiegelungsbeschichtung reduzieren spiegelnde Reflexionen bei praller Sonne merklich stärker als beim S24.
Leistung
Jedes Galaxy S25 kommt unabhängig von der Region mit einer Variante des Snapdragon 8 Elite for Galaxy, was die Verwirrung um unterschiedliche Chips in verschiedenen Regionen früherer S-Reihen endlich beendet. In der Praxis bleibt das Multitasking zwischen einem Dutzend Browser-Tabs, ein paar kamera-intensiven Social-Apps und einem Spiel im Hintergrund deutlich länger flüssig als beim S24, und thermisches Drosseln bei längerer Belastung, etwa in einer 20-minütigen Gaming-Session, setzt spürbar später ein. Mit serienmäßig 12 GB Arbeitsspeicher bleiben Apps im Hintergrund zuverlässig aktiv, und der DeX-Desktopmodus meistert an einem externen Bildschirm anspruchsvolle Split-Screen-Workflows ohne Ruckeln.
Kamerasystem
Der 50-Megapixel-Hauptsensor übernimmt weitgehend unverändert vom S24 und bleibt eine der verlässlichsten Point-and-Shoot-Kameras unter Android-Smartphones, mit konsistenter Farbwiedergabe bei Tageslicht, Innenaufnahmen und schwachem Licht, ohne die Übersättigung, für die Samsung früher bekannt war. Das 10-MP-Teleobjektiv mit dreifachem optischem Zoom und die 12-MP-Ultraweitwinkelkamera runden ein vielseitiges Drei-Linsen-System ab, das die meisten Alltagssituationen abdeckt, ohne auf ein separates Zoomobjektiv wechseln zu müssen. Verändert hat sich vor allem die Verarbeitungsgeschwindigkeit: Die generativen On-Device-Bearbeitungswerkzeuge von Galaxy AI — Objektentfernung, Neuausrichtung und Portrait-Studio-Effekte — laufen spürbar schneller als beim S24 und verkürzen eine mehrsekündige Wartezeit auf nahezu sofortige Ergebnisse bei den meisten Bearbeitungen.
Akkulaufzeit und Laden
Der 4.000-mAh-Akku bleibt auf dem Papier unverändert gegenüber dem S24, doch der effizientere Snapdragon 8 Elite holt im Alltagstest spürbar mehr aus dieser Kapazität heraus — gefühlt eine zusätzliche Stunde Bildschirmzeit an einem typischen Tag mit Nachrichten, Surfen und Kameranutzung. Die kabelgebundene Ladeleistung von 25 Watt bleibt im Vergleich zu manchen chinesischen Konkurrenten mit über 80 Watt konservativ, doch das kabellose 15-Watt-Qi2-Laden mit magnetischer Ausrichtung ist ein echter Komfortgewinn für alle, die ihr Telefon nachts auf ein Ladepad legen statt ein Kabel einzustecken.
Software und Galaxy AI
Das Galaxy S25 startet mit Android 15 und One UI 7, und Samsung hat mehrere Galaxy-AI-Funktionen — Circle to Search, Live-Übersetzung während Anrufen und eine tägliche „Now Brief"-Zusammenfassung — direkt ins Basismodell integriert, statt sie wie früher üblich dem Ultra vorzubehalten. Samsungs Update-Zusage garantiert inzwischen mehrere Jahre große Android-Versionen plus zusätzliche Jahre an Sicherheitsupdates, ein Versprechen, das die Lücke zu Apples traditionell längerem Software-Support deutlich verkleinert hat und das Basismodell zu einem wesentlich sichereren langfristigen Kauf macht als Samsung-Flaggschiffe vor fünf oder sechs Jahren.
Robustheit im Alltag
Das Galaxy S25 ist nach IP68-Standard gegen Staub und Wasser geschützt, und die engeren Fertigungstoleranzen des Aluminiumrahmens im Vergleich zum S24 sorgen für ein Gerät, das sich beim festen Zugreifen weniger anfällig für Knarzen oder leichtes Verwinden anfühlt — ein kleiner, aber im Alltag spürbarer Unterschied. Die Entspiegelungsbeschichtung auf der Frontscheibe reduziert außerdem sichtbare Fingerabdrücke etwas stärker als beim S24, ein willkommener Nebeneffekt statt eines beworbenen Hauptmerkmals. Bei informellen Falltests aus Hüfthöhe auf Teppichboden überstand das Testgerät mehrere Stürze ohne Probleme, wobei wie bei jedem glasrückseitigen Smartphone eine Hülle bei härteren Stürzen auf Beton oder Fliesen weiterhin die günstigste Absicherung bleibt.
Im Vergleich
Gegenüber Apples neuem iPhone 17 behält das Galaxy S25 seine Vorteile bei der optischen Zoomreichweite und einer anpassbareren Android-Oberfläche, während das iPhone den bisherigen Bildwiederholraten-Rückstand aufholt. Gegenüber dem eigenen Vorgänger Galaxy S24 fallen die Verbesserungen real, aber schrittweise aus — Chip-Effizienz, Kamera-Verarbeitungsgeschwindigkeit und Reaktionsfähigkeit von Galaxy AI sind allesamt besser, doch wer erst kürzlich ein S24 gekauft hat, hat kaum dringenden Grund für ein sofortiges Upgrade.
Speicher, Preis und Kaufempfehlung
Samsung bietet das Galaxy S25 in den Speichervarianten 128 GB, 256 GB und 512 GB zum Startpreis von 799 US-Dollar an, was dem Startpreis des S24 entspricht und den effektiven Preis pro Speicherstufe des iPhone 17 unterbietet, sobald man dessen höhere Basisspeichergröße einrechnet. Wer von einem Galaxy S21 oder älter umsteigt, wird den Unterschied bei Kamerageschwindigkeit und KI-Funktionen sofort spüren; Besitzer eines S23 oder S24 sollten genauer abwägen, da der Sprung zwischen benachbarten S-Reihen-Generationen bewusst moderat ausfällt.
Häufige Kritikpunkte
Der häufigste Kritikpunkt von Testern und Langzeitnutzern betrifft die zwar begrüßenswerte, aber in mehreren internationalen Märkten mit einer moderaten Preiserhöhung gegenüber dem Vorgängermodell verbundene einheitliche Chip-Strategie, die Samsungs früher klareren Preisvorteil gegenüber Apple verkleinert. Ein zweiter wiederkehrender Kritikpunkt betrifft die Basisvariante mit 128 GB, die durch mehrere generative KI-Funktionen und die dazugehörigen On-Device-Modelle schneller voll wird als erwartet, weshalb die 256-GB-Variante für die meisten Käufer die sinnvollere Wahl darstellt statt eine rein optionale Aufwertung zu sein.
Häufig gestellte Fragen
Unterstützt das Galaxy S25 eine eSIM?
Ja, in den meisten Märkten lässt sich das Gerät sowohl mit physischer SIM als auch rein per eSIM betreiben, was den Anbieterwechsel im Ausland ohne Kartentausch erleichtert.
Lohnt sich der Umstieg vom Galaxy S22?
Für S22-Besitzer ist der Sprung deutlich spürbar, insbesondere bei Akkulaufzeit, Kameraverarbeitung und Software-Restlaufzeit. Bei einem S24 fällt der Zugewinn dagegen eher moderat aus.
Fazit
Das Galaxy S25 beweist, dass ein Flaggschiff nicht jedes Jahr ein neues Design braucht, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ein einheitlicher Snapdragon-8-Elite-Chip, schnellere On-Device-KI-Verarbeitung und magnetisches Qi2-Laden ergeben zusammen ein Gerät, das nahezu alles am S24 verfeinert, ohne bestehende Samsung-Nutzer vor Neuerungen zu stellen, die sie erst mühsam erlernen müssten. Bewertung: 8,7/10.
Siehe auch
Galaxy S25 Produktseite · Galaxy S24 Test · iPhone 17 Test
Weiterführende Artikel
Wie reparaturfreundlich diese Flaggschiff-Generation wirklich ist, zeigt unser Ratgeber zu Reparierbarkeit und Recht auf Reparatur mit einem Vergleich der Ersatzteilpreise.