Galaxy S24 Test: Das ausgewogenste kompakte Android-Flaggschiff des Jahres

8.7/10

Galaxy S24 Test: Das ausgewogenste kompakte Android-Flaggschiff des Jahres

Mit dem Galaxy S24 startet Samsung seine 2024er-Flaggschiff-Reihe und bringt gleich zwei Dinge mit, die vorherige S-Serien-Basismodelle nicht hatten: sieben Jahre Software-Updates und eine ganze Reihe neuer Galaxy-AI-Funktionen, die zuvor exklusiveren Geräten vorbehalten waren. Nach intensivem Test zeigt sich, dass Samsung mit diesem kompakten Flaggschiff einen der ausgewogensten Android-Allrounder des Jahres gebaut hat.

Das 6,2 Zoll große Dynamic-AMOLED-2X-Display mit 2340 x 1080 Pixeln und adaptiven 120 Hz ist einer der stärksten Trümpfe des Geräts. Anders als beim iPhone 15 bekommt man hier bereits im Basismodell die volle Bildwiederholrate, was sich besonders beim Scrollen und in Spielen sofort bemerkbar macht. Die Spitzenhelligkeit reicht selbst bei direktem Sonnenlicht locker aus, und dank Gorilla Glass Victus 2 zeigt sich das Display nach mehrwöchiger Nutzung ohne Schutzfolie noch immer kratzerfrei.

Je nach Region steckt im Galaxy S24 entweder ein Snapdragon 8 Gen 3 for Galaxy oder ein Exynos 2400 – in den meisten westlichen Märkten kommt die Snapdragon-Variante zum Einsatz, die im Alltag spürbar kühler bleibt und in Benchmarks konsistent vorne liegt. Kombiniert mit 8 oder 12 GB RAM (je nach Speicherkonfiguration) läuft One UI 6.1 auf Android 14 durchgehend flüssig, selbst bei anspruchsvollen Spielen mit hohen Grafikeinstellungen bleibt die Performance stabil, ohne dass das Gehäuse unangenehm warm wird. Einen ausführlichen Vergleich aller aktuellen Top-Smartphones bietet unser Vergleich der besten Smartphones 2024.

Das Kamerasystem mit 50-Megapixel-Hauptsensor, 10-Megapixel-Teleobjektiv mit dreifachem optischen Zoom und 12-Megapixel-Ultraweitwinkel liefert in nahezu jeder Lichtsituation verlässliche Ergebnisse. Besonders das Teleobjektiv sticht hervor: Wo viele Konkurrenten in dieser Preisklasse ganz auf ein echtes optisches Zoom verzichten, liefert das S24 hier scharfe, gut belichtete Aufnahmen bis in den mittleren Zoombereich. Die neuen Galaxy-AI-Funktionen wie Generative Bearbeitung, mit der sich Objekte aus Fotos entfernen oder verschieben lassen, funktionieren überraschend zuverlässig und sind kein reines Marketing-Feature.

Der 4.000-mAh-Akku mit 25 Watt kabelgebundenem Laden ist solide, aber nicht herausragend – ein voller Tag mit gemischter Nutzung ist problemlos drin, bei intensivem Gaming oder Kamera-Einsatz sollte man aber ein Ladekabel für den späten Nachmittag einplanen. Die Ladegeschwindigkeit von 25 Watt wirkt im Vergleich zu chinesischen Konkurrenten mit 65 Watt oder mehr etwas konservativ, in der Praxis lädt das Gerät aber in rund 30 Minuten auf etwa 50 Prozent.

Bei einem Startpreis von 799 US-Dollar positioniert sich das Galaxy S24 direkt gegen das iPhone 15 und punktet dabei mit 120-Hz-Display, echtem optischen Zoom und der Zusage von sieben Jahren Android- und Sicherheitsupdates – ein Versprechen, das Samsung damit erstmals auf Augenhöhe mit Apples Update-Politik bringt. Für Nutzer, die ein kompaktes Flaggschiff ohne die sperrigere S24 Ultra suchen, ist das Basismodell die klügere Wahl.

Samsung Galaxy S24

Insgesamt zeigt das Galaxy S24, dass Samsung das kleinste Modell der S-Reihe nicht länger als reines Einstiegsgerät behandelt, sondern als vollwertiges Flaggschiff mit langfristigem Software-Support und echten, alltagstauglichen KI-Funktionen.

One UI 6.1 und die Galaxy-AI-Suite im Alltag

Neben Generative Bearbeitung gehören Circle to Search, mit dem sich beliebige Bildschirminhalte per Kreisgeste durchsuchen lassen, und Live-Übersetzung während Telefonaten zu den Funktionen, die das Galaxy S24 von der Konkurrenz abheben. Circle to Search funktioniert dabei überraschend zuverlässig, egal ob man ein Kleidungsstück in einem Instagram-Video, ein Produkt in einer E-Mail oder einen unbekannten Ort auf einem Foto erkennen möchte. Die Live-Übersetzung während Anrufen übersetzt beide Gesprächsseiten nahezu in Echtzeit und funktioniert bei den gängigen europäischen Sprachen bereits erstaunlich präzise, wenngleich bei schnellem Sprechtempo gelegentlich kurze Verzögerungen auftreten.

Samsungs Zusage von sieben Jahren Android- und Sicherheitsupdates verdient besondere Erwähnung, da sie das Galaxy S24 in puncto Langlebigkeit erstmals auf Augenhöhe mit Apples Update-Politik bringt – ein Bereich, in dem Android-Hersteller traditionell zurücklagen. In der Praxis bedeutet das, dass ein 2024 gekauftes Galaxy S24 rechnerisch bis mindestens 2031 mit aktuellen Sicherheitspatches versorgt wird, was den vergleichsweise hohen Anschaffungspreis über die gesamte Nutzungsdauer relativiert.

Für wen ist das Galaxy S24 die richtige Wahl?

Wer ein kompaktes Android-Flaggschiff mit vollwertigem 120-Hz-Display, brauchbarem optischen Zoom und den neuesten KI-Funktionen sucht, ohne zur sperrigeren S24 Ultra mit S Pen greifen zu wollen, findet im Galaxy S24 die stimmigste Option im Samsung-Portfolio. Nutzer, die primär auf reine Fotografie-Leistung bei Schwachlicht Wert legen, sollten es dennoch gegen das Pixel 8 abwägen, das in dieser spezifischen Disziplin traditionell die Nase vorn hat.

Häufige Fragen

Snapdragon oder Exynos – worauf sollte ich achten? In den meisten westlichen Märkten wird die Snapdragon-Variante verkauft, die in Benchmarks und Temperaturmanagement konsistent besser abschneidet als der Exynos 2400.

Braucht man wirklich die Galaxy-AI-Funktionen? Sie sind kein Muss, aber Circle to Search und Live-Übersetzung sind im Alltag überraschend nützlich, sobald man sie einmal ausprobiert hat.

Lohnt sich das S24 gegenüber dem größeren S24 Ultra? Wer keinen S Pen braucht und ein kompakteres Gehäuse bevorzugt, verliert beim S24 kaum etwas Wesentliches, spart aber deutlich beim Preis.

Verarbeitung und Alltagstauglichkeit

Das Gehäuse aus Armor Aluminum und die vorne wie hinten verbaute Gorilla-Glass-Victus-2-Beschichtung vermitteln ein hochwertiges, robustes Handgefühl, das sich nach mehrwöchigem Alltagstest kaum von teureren Ultra-Modellen unterscheidet. Die IP68-Zertifizierung schützt zuverlässig vor Staub und kurzzeitigem Untertauchen, was besonders für Nutzer relevant ist, die das Gerät häufig im Freien oder in der Küche verwenden. In der Hand liegt das kompakte 6,2-Zoll-Format angenehm einhändig bedienbar, ein Vorteil gegenüber den zunehmend größeren Flaggschiff-Formaten der Konkurrenz.

Preis-Leistungs-Fazit

Bei 799 US-Dollar Einstiegspreis konkurriert das Galaxy S24 direkt mit dem iPhone 15 und bietet dabei in mehreren Kernbereichen – 120-Hz-Display, echtes optisches Zoom, sieben Jahre Updates – objektiv mehr Ausstattung fürs gleiche Geld. Samsungs aggressive Trade-in-Programme und regelmäßige Rabattaktionen sorgen zudem häufig dafür, dass der tatsächliche Kaufpreis unter dem offiziellen Listenpreis liegt, was das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Praxis noch attraktiver macht als auf dem Papier.

Zubehör und Konnektivität

USB-C mit Unterstützung für DisplayPort-Ausgabe erlaubt es, das Galaxy S24 per Kabel an einen externen Monitor anzuschließen und im Samsung-DeX-Modus wie einen provisorischen Desktop-PC zu nutzen – eine Funktion, die iPhones bis heute nicht bieten. Kabelloses Laden nach Qi-Standard sowie umgekehrtes kabelloses Laden, mit dem sich etwa Kopfhörer direkt über die Rückseite des Telefons aufladen lassen, runden die Konnektivitätsausstattung ab und zeigen, dass Samsung bei praktischen Alltagsfunktionen weiterhin die Nase vorn hat. Zusätzlich unterstützt das Gehäuse Wi-Fi 6E für stabilere Verbindungen in überfüllten Netzwerken und Bluetooth 5.3 für energieeffizientere Kopplung mit Zubehör. Beide Standards zusammen sorgen dafür, dass das Galaxy S24 auch in den kommenden Jahren technisch nicht veraltet wirkt.

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