Sind Foldables 2025 eine Kaufempfehlung? Was wirklich ausgereift ist und was noch nicht
Bei jedem Flaggschiff-Launch stellen mindestens ein paar Leser dieselbe Frage: Soll ich auf ein Falt-Handy warten, statt ein klassisches Smartphone wie das iPhone 15 oder das Galaxy S24 zu kaufen? Foldables haben sich in den letzten Jahren von der Spielerei zu einer echten dritten Kategorie entwickelt, und die ehrliche Antwort 2025 ist differenzierter als entweder "Foldables sind bereit" oder "Foldables sind immer noch nur ein Gimmick".
Wo die Foldable-Hardware tatsächlich steht
Die grundlegenden technischen Probleme früher Foldables — sichtbare Falze, eindringender Staub im Scharnier und Displays, die sich im Alltag fragil anfühlten — haben sich von Generation zu Generation spürbar verbessert. Samsungs Galaxy-Z-Fold- und Z-Flip-Reihen, mittlerweile mehrere Generationen alt, nutzen ein stabileres Scharniersystem und dünneres Deckglas als ihre ersten Vorgänger, und Konkurrenten wie Google, Honor und OnePlus sind mit ihrer eigenen Version derselben Falt-Display-Grundidee in das Segment eingestiegen. Der Falz ist bei bestimmten Lichtwinkeln bei jedem aktuell erhältlichen Foldable immer noch sichtbar — kein Hersteller hat dieses Problem vollständig gelöst —, aber er fällt im Alltag deutlich weniger auf als bei Geräten aus dem Jahr 2019.
Nicht ganz aufgeholt hat die Haltbarkeit unter den genauen Belastungsbedingungen, denen ein Handy tatsächlich ausgesetzt ist: Fusseln und Sand, die sich über Monate ins Scharnier arbeiten, wiederholte Faltbewegungen im Zehntausenderbereich über eine typische Nutzungsdauer, und die grundsätzliche Empfindlichkeit einer ultradünnen, flexiblen Displayschicht im Vergleich zum starren Gorilla Glass Victus 2, das ein Handy wie das Galaxy S24 schützt. Auch die IP-Zertifizierung hinkt hinterher: Während klassische Flaggschiffe längst IP68 erreichen, liegen viele Foldables nur bei IPX8 ohne offizielle Staubzertifizierung, weil das Scharnier eine vollständige Abdichtung technisch schwieriger macht als bei einem starren Gehäuse ohne bewegliche Teile. Die Nachfrage nach spezieller Foldable-Versicherung und erweiterter Garantie bleibt deutlich höher als bei klassischen Handys — das sagt einiges darüber aus, wie sicher sich selbst Foldable-Besitzer bei der Langzeit-Haltbarkeit fühlen.
App- und Software-Unterstützung hinkt noch hinterher
Ein Falt-Display ist nur so nützlich wie die Software, die darauf läuft, und genau hier bleibt die Lücke zwischen Foldables und klassischen Handys am größten. Android-App-Entwickler waren träge und inkonsistent darin, ihre Apps für das entfaltete, tablet-ähnliche Seitenverhältnis zu optimieren, das Foldables bieten — viele beliebte Apps strecken schlicht ein Handy-Layout über die größere Fläche, statt eine echte, umfließende Mehrfach-Ansicht anzubieten. Google und Samsung haben beide Entwicklerrichtlinien und App-Kontinuitäts-APIs vorangetrieben, um das zu verbessern, und die Lage ist spürbar besser als noch vor zwei Jahren, doch die uneinheitliche App-Unterstützung bleibt laut Foldable-Besitzern der größte Alltagsärger, noch vor Hardware-Sorgen.
Preis: Der Foldable-Aufpreis ist nicht verschwunden
Foldables kosten weiterhin einen deutlichen Foldable-Aufpreis gegenüber selbst Spitzen-Flaggschiffen im klassischen Format — üblicherweise 400 bis 800 Euro mehr als ein vergleichbares Handy wie das Galaxy S24, das selbst schon bei 799 US-Dollar startet. Dieser Aufpreis bringt für manche Käufer echten Mehrwert bei Multitasking, insbesondere für alle, die ihr Handy stark für Dokumentenarbeit, Split-Screen-Produktivität nutzen oder einfach den größtmöglichen Bildschirm wollen, der noch in eine Hosentasche passt. Für die meisten Käufer ist der Aufpreis jedoch rein an der Hardware-Leistung gemessen gegenüber einem gut ausgestatteten klassischen Flaggschiff schwer zu rechtfertigen, und die Wiederverkaufskurve bei Foldables verläuft historisch steiler nach unten als bei Standardhandys, da sich Scharnier- und Displaytechnik von Generation zu Generation schnell verbessert.
Was im nächsten Produktzyklus wirklich kommt
Branchen-Roadmaps und Berichte aus der Lieferkette deuten übereinstimmend auf dünnere, leichtere Foldable-Designs als nächsten großen Hardware-Meilenstein hin — das würde die Gewichts- und Dicken-Lücke verkleinern, die Foldables in der Hosentasche derzeit spürbar klobiger macht als ein zugeklapptes Standardhandy. Under-Display-Kameratechnik, die den sichtbaren Kamera-Ausschnitt auf dem inneren Foldable-Display beseitigt, dürfte ebenfalls weiter reifen, ebenso wie fortlaufende Verbesserungen der Scharniermechanik, die den Falz weiter reduzieren und die Staubresistenz näher an die IP68-Norm klassischer Handys heranbringen sollen. Das ist kein Grund, unbegrenzt zu warten — spürbare Hardware-Verbesserungen erscheinen in dieser Kategorie etwa jährlich, im selben Rhythmus wie bei klassischen Flaggschiffen —, bedeutet aber, dass wer heute ein Foldable kauft, in eine Kategorie investiert, die sichtbar noch reift und ihre endgültige Form noch nicht ganz gefunden hat. Wer schon einmal zwei Jahre auf ein reiferes Produkt gewartet hat, weiß: Diese Kategorie entwickelt sich schnell genug, dass ein Kauf jetzt und ein Kauf in zwei Jahren spürbar unterschiedliche Geräte bedeuten.
Für wen sich ein Foldable heute wirklich lohnt
Wer sein Handy tatsächlich wie ein Mini-Tablet zum Lesen, Notizenmachen oder Multitasking zwischen Apps nutzt und den Aufpreis sowie das etwas höhere langfristige Reparaturrisiko problemlos verkraften kann, für den ist ein aktuelles Foldable ein wirklich gutes Produkt geworden — was vor drei Jahren so noch nicht galt. Wer nur aus Neugier oder FOMO schwankt, ohne einen konkreten Multitasking-Bedarf zu haben, fährt mit einem klassischen Flaggschiff weiterhin sicherer und mit mehr Gegenwert — Software-Ökosystem, Zubehör-Unterstützung und Wiederverkaufswert sind allesamt ausgereifter, und man muss nicht darauf warten, dass App-Entwickler mit der eigenen Hardware nachziehen. Unser Rat für die meisten Leser, die beide Kategorien vergleichen: zuerst den vollständigen Flaggschiff-Vergleich lesen und ein Foldable als bewusste Upgrade-Entscheidung behandeln, nicht als automatischen nächsten Kauf.
Foldables und die Tablet-Frage
Ein Gedanke, der sich vor der Ausgabe von Foldable-Summen lohnt: Wenn der eigentliche Reiz die größere entfaltete Fläche zum Lesen, Notizenmachen und Split-Screen-Multitasking ist, liefert ein klassisches Tablet in Kombination mit dem vorhandenen Handy oft mehr von diesem Erlebnis, für deutlich weniger Geld und mit viel ausgereifterer App-Unterstützung. Ein Handy wie das Pixel 8 zusammen mit einem günstigen Tablet wie dem Galaxy Tab A9 kostet zusammen weniger als die meisten aktuellen Foldables, und keines der beiden Geräte muss seine Kernform aufgeben, um doppelte Dienste zu leisten. Es ist kein perfekter Ersatz — man trägt zwei Geräte statt eines, und nichts schlägt ein einzelnes Falt-Display bei reiner Portabilität —, aber es ist eine wirklich unterschätzte Alternative für alle, die sich hauptsächlich wegen des größeren Multitasking-Bildschirms zu Foldables hingezogen fühlen, nicht wegen der Neuheit des Faltens selbst. Ein weiterer Vorteil: Die Frage der Scharnier-Haltbarkeit stellt sich gar nicht erst, da ein Tablet keinen Faltmechanismus besitzt, der über Jahre täglicher Nutzung verschleißen kann, und man kann Handy und Tablet unabhängig voneinander auf getrennten Zyklen aufrüsten, statt ein teures kombiniertes Gerät komplett zu ersetzen, sobald eine der beiden Hälften veraltet wirkt.