Apple Pay vs. Google Pay vs. Samsung Pay: Wie Bezahlen mit Handy und Uhr wirklich funktioniert

Apple Pay vs. Google Pay vs. Samsung Pay: Wie Bezahlen mit Handy und Uhr wirklich funktioniert

Kontaktloses Bezahlen ist still und leise zu einer der meistgenutzten Funktionen moderner Smartphones und Smartwatches geworden, dabei vergleicht kaum jemand vor dem Kauf, wie sich Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay tatsächlich unterscheiden. Die Unterschiede sind keine Äußerlichkeiten — sie entscheiden darüber, welche Kartennetzwerke funktionieren, ob eine Zahlung ohne Internetverbindung durchgeht und ob eine Smartwatch allein das Haus verlassen und trotzdem einen Kaffee bezahlen kann. Dieser Ratgeber vergleicht mobile Bezahlsysteme anhand des iPhone 15, des Galaxy S24 und des Pixel 8 sowie, wie jede Plattform das Bezahlen per Smartwatch aufs Handgelenk erweitert.

Apple Pay: Das konsistenteste Erlebnis, per Design

Apple Pay auf dem iPhone 15 nutzt einen dedizierten Secure-Element-Chip zur Speicherung tokenisierter Kartendaten — die eigentliche Kartennummer berührt weder Apples Server noch das Terminal des Händlers, sondern nur ein einmaliges kryptografisches Token. Weil Apple sowohl Hardware als auch Software über eine sehr überschaubare Zahl an Gerätevarianten kontrolliert, verhält sich Apple Pay nahezu überall identisch: Seitentaste doppelt drücken, mit Face ID bestätigen, antippen. Der eigentliche Bezahlvorgang funktioniert vollständig offline, da das Secure Element das nötige Token lokal zwischenspeichert, und es erweitert sich automatisch auf eine gekoppelte Apple Watch Series 10, sodass die Uhr allein Einkäufe erledigen kann, selbst wenn das iPhone zu Hause liegt — vorausgesetzt, die Uhr bleibt über Mobilfunk verbunden oder war kürzlich in der Nähe des Telefons.

Google Pay: Breite Kompatibilität, variablere Einrichtung

Google Pay auf dem Pixel 8 funktioniert im Prinzip ähnlich — NFC plus Tokenisierung —, aber da Google Pay auf Hunderten verschiedener Android-Modelle von Dutzenden Herstellern läuft, können Einrichtung und Bankenunterstützung je nach Region und Kartenaussteller spürbar variieren. Bei einem Pixel speziell ist die Integration sauber, da Google sowohl Hardware als auch Software kontrolliert, ähnlich wie bei Apples Ansatz, und die Pixel Watch 2 erweitert das Bezahlen aufs Handgelenk auf dieselbe Weise wie die Apple Watch. Am deutlichsten unterscheiden sich beide Systeme bei der Unterstützung von Kartennetzwerken und Banken außerhalb der großen Märkte: Manche regionalen Banken und Prepaid-Kartenaussteller, die Apple Pay unterstützen, bieten noch keine Unterstützung für Google Pay, und umgekehrt gilt das manchmal ebenso — es lohnt sich, die Kompatibilitätsliste der eigenen Bank zu prüfen, bevor man annimmt, dass eine der beiden Plattformen überall "einfach funktioniert".

Samsung Pay: Die Lösung mit Rückfalloption

Samsung Pay auf dem Galaxy S24 hat einen wirklich einzigartigen Vorteil gegenüber beiden Konkurrenten: Magnetic Secure Transmission (MST), eine Technologie, die den Magnetstreifen einer physischen Karte nachahmt und auch an älteren Zahlungsterminals ohne NFC-Leser funktioniert. Das bedeutet, Samsung Pay kann Zahlungen an Terminals abschließen, an denen weder Apple Pay noch Google Pay funktionieren — relevant vor allem in Regionen oder bei kleineren Händlern, in denen die Umrüstung auf NFC-Terminals hinterherhinkt. Samsung Pay ist außerdem tiefer in Samsung Wallet integriert und speichert neben Zahlungskarten auch Bonuskarten, Bordkarten und digitale Ausweise. Die Galaxy Watch6 unterstützt Samsung Pay per NFC, wobei MST eine reine Telefonfunktion bleibt, da die dafür nötige Hardware in der Uhr nicht verbaut ist.

Bezahlen allein mit der Uhr: Was ohne Telefon wirklich funktioniert

Alle drei Smartwatch-Plattformen unterstützen eigenständiges Bezahlen in unterschiedlichem Umfang, aber die Details zählen. Die Apple Watch Series 10 kann unabhängig vom iPhone bezahlen, solange eine aktive Verbindung besteht — Modelle mit Mobilfunk funktionieren überall mit Netzempfang, während reine GPS-Modelle in Bluetooth- oder WLAN-Reichweite des gekoppelten Telefons oder eines bekannten Netzwerks bleiben müssen. Die Pixel Watch 2 verhält sich auf Google-Seite fast identisch, wobei Mobilfunk-Modelle die größte Unabhängigkeit bieten. Die Galaxy Watch6 unterstützt NFC-Zahlungen auf dieselbe Weise, auch hier bieten Mobilfunk-Varianten echtes Einkaufen ohne Telefon. In der Praxis funktioniert das gängige Szenario "mit nur der Uhr joggen gehen und auf dem Rückweg einen Drink kaufen" auf allen drei Plattformen — vorausgesetzt, das jeweils gekaufte Uhrenmodell verfügt über Mobilfunk, denn die reinen WLAN-Varianten sind außerhalb der Reichweite des gekoppelten Telefons deutlich eingeschränkter.

Sicherheit: Alle drei sind wirklich sicher, nur auf unterschiedliche Weise

Ein verbreitetes Missverständnis ist, eines dieser Systeme sei spürbar unsicherer als die anderen — in der Praxis nutzen alle drei Tokenisierung, sodass die tatsächliche Kartennummer niemals übertragen oder auf dem Gerät gespeichert wird, und alle drei verlangen vor Abschluss einer Zahlung eine biometrische Bestätigung oder eine PIN. Die eigentlichen Unterschiede betreffen Komfort und Abdeckung, nicht Sicherheit: Apples streng kontrollierte Hardware macht die Unterstützung vorhersehbar, Samsungs MST sorgt für Rückwärtskompatibilität mit älteren Terminals, und Googles breitere Gerätekompatibilität bedeutet, dass Google Pay über eine größere Bandbreite an Preisklassen hinweg funktioniert, auch wenn die Bankenunterstützung regional stärker schwankt. Für die meisten Käufer sollte die Wahl des Ökosystems und nicht die Zahlungssicherheit den Ausschlag geben, denn die tokenisierte Zahlungssicherheit ist bei allen drei auf dieser Seite geführten Plattformen im Grunde gleichwertig.

Bezahlen in Apps und online: Die weniger sichtbare Hälfte

Kontaktloses Bezahlen am Terminal ist der sichtbarste Anwendungsfall, aber alle drei Systeme wickeln auch Zahlungen in Apps und im Web ab, und genau hier zeigen sich Komfortunterschiede mindestens genauso deutlich wie an der Kasse. Die Web-Unterstützung von Apple Pay verlässt sich darauf, dass Safari (zunehmend auch Chrome) einen Checkout-Button erkennt und eine Face-ID-Bestätigung anfordert, was besonders nahtlos wirkt, weil Apple den gesamten Ablauf von Anfang bis Ende kontrolliert. Die In-App-Unterstützung von Google Pay ist wohl die am breitesten integrierte unter Android-Apps und Webseiten von Drittanbietern, da Google seit Jahren Entwickler dazu bewegt, seine Payment-API neben manuell eingegebenen Kartendaten als Standard-Checkout-Option anzubieten. Die Online-Checkout-Unterstützung von Samsung Pay ist von den dreien am wenigsten konsistent und hängt oft davon ab, ob ein bestimmter Händler Samsung Wallet überhaupt explizit als Zahlungsoption eingebunden hat, was seltener vorkommt als Apple-Pay- oder Google-Pay-Buttons auf typischen Checkout-Seiten. Wer mehr online einkauft als im Laden kontaktlos bezahlt, sollte diese Lücke gegen Samsungs MST-Vorteil vor Ort abwägen.

Praktische Kaufberatung

Bevor man davon ausgeht, dass mobiles Bezahlen reibungslos funktioniert, lohnt es sich, unabhängig vom gewählten Telefon oder der gewählten Uhr zwei Dinge zu prüfen: ob die eigene Bank oder der Kartenaussteller von der jeweiligen Plattform als unterstützt geführt wird, und ob für eigenständige Zahlungen per Uhr Mobilfunk nötig ist oder ob man akzeptiert, dass die Uhr in der Nähe des Telefons bleiben muss. Vielreisende sollten zudem beachten, dass Samsungs MST-Vorteil vor allem in Märkten mit älterer Zahlungsinfrastruktur wertvoll ist, während der reine NFC-Ansatz von Apple Pay und Google Pay in den meisten entwickelten Märkten, in denen kontaktlose Terminals längst Standard sind, kaum eine Rolle spielt. Keines der drei Systeme ist für sich genommen ein Grund, ein Ökosystem dem anderen vorzuziehen, aber wer die tatsächlichen Unterschiede kennt, erlebt an der Kasse keine unangenehme Überraschung, wenn die Uhr allein eine Zahlung plötzlich nicht abschließen kann.